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Am 13. Juli 2026 hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass die USA künftig eine Gebühr von 20 Prozent auf alle Frachten erheben wollen, die die Strasse von Hormus passieren — deklariert als «Erstattung» für die Kosten, mit denen Washington die Sicherheit der Meerenge gewährleisten will. Gleichzeitig nimmt die US-Regierung die Blockade iranischer Häfen wieder auf. Für eine Meerenge, durch die rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls läuft, ist das ein einschneidender Schritt — mit Folgen bis in die Schweiz.

Was angekündigt wurde

  • 20 % Abgabe auf alle Hormus-Frachten: Die USA wollen sich «für alle Kosten, die zur Sicherheit dieser sehr volatilen Weltregion nötig sind», mit 20 Prozent auf jede transportierte Fracht «erstatten» lassen. Der Prozess solle «sofort beginnen».
  • Blockade iranischer Häfen in der Region wird wieder aufgenommen.
  • Waffenstillstand «beendet»: Der im Juni geschlossene Waffenstillstand mit dem Iran gilt nach neuen gegenseitigen Angriffen als hinfällig.
  • Marktreaktion: Der Schiffsverkehr durch die Meerenge ist deutlich zurückgegangen, die Ölpreise sind gestiegen, die Aktienmärkte gerieten unter Druck.
  • Offene Rechtsfrage: Auf welcher Grundlage — und durch wen — die Abgabe erhoben und durchgesetzt werden soll, ist unklar. Fachleute bezeichnen den Satz als «erpresserisch» und bezweifeln, dass die USA überhaupt sichere Passage garantieren können.

Warum die Strasse von Hormus so zentral ist

Die nur rund 33 Kilometer breite Meerenge zwischen dem Iran und Oman ist der wichtigste Öl-Chokepoint der Welt: Etwa ein Fünftel des global gehandelten Erdöls sowie grosse Mengen Flüssigerdgas passieren sie. Störungen wirken deshalb praktisch sofort auf Preise, Verfügbarkeit und Transportkosten — weltweit und damit auch in einem Binnenland wie der Schweiz.

Was das für Schweizer Unternehmen bedeutet

Die Schweiz liegt weit weg von der Meerenge — betroffen ist sie trotzdem, und zwar direkt über Preise, Kosten und Lieferketten. Für Import, Export, Zoll, Logistik und Exportkontrolle heisst das konkret:
  • Energie und Rohstoffe: Druck auf Öl-, Treibstoff- und Rohstoffpreise — spürbar bis an der Tankstelle und bei den Energiekosten.
  • Fracht und Versicherung: höhere Seefracht- und Versicherungskosten (War-Risk-Zuschläge), längere Transportwege und Lieferzeiten.
  • Verfügbarkeit: Vorprodukte und Waren aus oder via Golf-Region können knapp werden.
  • Sanktionen und Embargos: Die erneute Iran-Blockade verschärft die Prüfpflichten — für die Schweiz über das SECO relevant. Wie dynamisch dieses Feld ist, zeigt der Blick auf die aktuellen Iran-Sanktionen.
  • Verträge und Incoterms®: Wer trägt Mehrkosten und Risiko einer neuen Abgabe? Frachtkalkulationen, Incoterms®-Klauseln und Force-Majeure-Regelungen in Lieferverträgen müssen neu bewertet werden.

Was Unternehmen jetzt tun können

Geopolitik lässt sich nicht wegkalkulieren. Aber wer vorbereitet ist, reagiert schneller:
  • Lieferverträge und Incoterms® auf Kosten-/Risikoverteilung und Force-Majeure prüfen.
  • Frachtkalkulationen und Preisgleitklauseln aktualisieren; Szenarien für höhere Transport- und Energiekosten durchrechnen.
  • Sanktions- und Embargoscreening verschärfen (Iran-Bezug, gelistete Reedereien und Schiffe, Ursprung der Ware).
  • Alternative Transportwege und Bezugsquellen evaluieren, Lagerreichweiten prüfen.
  • Zuständigkeiten klären: Wer entscheidet im Ernstfall über Umroutung, Preisanpassung und Kundenkommunikation?
Genau hier setzen wir an: Mit aktuellem Fachwissen, klaren Zuständigkeiten und flexiblen Prozessen machen Sie Ihre Lieferkette widerstandsfähiger. Bei Fragen zu Verträgen und Incoterms®, Frachtkalkulation und Sanktionsprüfung unterstützt Sie Douana. Quellen: CNBC, Bloomberg, CNN (13.07.2026).
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