ICC Switzerland Recognized Training on Incoterms® 2020 Rules

Claudia Feusi gehört zu den wenigen weltweit von der ICC (International Chamber of Commerce) anerkannten Trainerinnen für Incoterms® 2020. Sie war Mitglied der nationalen Revisionsgruppe von ICC Switzerland und aktiv an der Erarbeitung der aktuellen Klauseln beteiligt — bereits akkreditierte Trainerin für die Vorgängerversion 2010. Bei Douana erhalten Sie ein offiziell von ICC Switzerland mitunterzeichnetes Schulungszertifikat.
Warum Incoterms® mehr sind als Transportklauseln
Incoterms® bedeuten wesentlich mehr, als Transport- und Zollformalitäten auf operativer Ebene umzusetzen. Nutzen Sie die Gelegenheit, bestehendes Fachwissen zu vertiefen und Verhandlungsspielräume zu erkennen. Die Festlegung der unternehmerischen Incoterms®-Strategie ist Chefsache.
Bevor Ware importiert oder exportiert werden kann, ist zwischen Käufer und Verkäufer unter anderem zu vereinbaren, wer welche Aufgaben, Rechte und Pflichten übernimmt. Es sind mindestens Lieferumfang, Lieferzeit und Preis zu verhandeln. Dabei gilt: Schweizer Recht ist nicht Weltrecht. In internationalen Verträgen kann verhandelt werden, ob das Recht des Käufers oder des Verkäufers (oder gar das Internationale Kaufrecht) zur Anwendung kommt.
Besonders im grenzüberschreitenden Verkehr ist es empfehlenswert, Aufgaben, Kosten und Risiken zwischen Käufer und Verkäufer eindeutig zuzuweisen. Die Incoterms® regeln mindestens folgende Fragestellungen:
- Wer kümmert sich um die Ausfuhrzollabfertigung im Exportland?
- Wer wählt und beauftragt den Transporteur?
- Wer kümmert sich um die Ausfuhr- und Einfuhrformalitäten und allfällige Bewilligungen?
- Wer bezahlt welche anfallenden Kosten?
- Wer schliesst eine allfällige Transportversicherung ab bzw. übernimmt welche Gefahren?
1936 veröffentlichte die Internationale Handelskammer (ICC) mit Sitz in Paris zum ersten Mal unter dem Namen Incoterms 1936 (INternational COmmercial TERMS) eine Reihe internationaler Regeln. Um diese an die neuesten Handelspraktiken anzupassen, wurden sie seither mehrfach überarbeitet — die aktuelle Version sind die Incoterms® 2020.
Incoterms® 2020: Erinnerung - Die wesentlichen Neuerungen
- Zugänglicher und einfacher in der Verwendung
- Konnossemente mit On-Board-Vermerken und FCA: Neue Regelung für den Nachweis der Verladung
- Versicherungsschutz in den C-Klauseln angepasst an aktuelle Geschäftspraxis
- FCA, DAP, DPU und DDP: Berücksichtigung der Beförderung mit eigenen Verkehrsmitteln
- Klausel DAT wird zu DPU (Geliefert benannter Ort entladen)
- Klare Regeln zur Verteilung der Sicherheitsanforderungen bei der Beförderung und damit verbundener Kosten
Wichtig bei der Anwendung
Die Incoterms® sind weltweit akzeptierte Standards. Benutzen Sie nur die standardisierten Abkürzungen und halten Sie sich an das offizielle Regelwerk der ICC. Zusatzvereinbarungen gehören in die Hände von Profis. Die Incoterms® kommen erst durch korrekte Verweise im Vertrag zur Anwendung:
- Angabe «Incoterms» und Version (Beispiel: Incoterms 2020). Die Incoterms 2010 bleiben weiterhin gültig.
- Angabe der gewählten Klausel (Beispiel «FCA» oder «DAP»)
- Genauer Ort — mit Sorgfalt zu bestimmen, haargenaue Adresse benennen
- Klare Fristen und Lieferzeiträume definieren
Was wir in unseren Trainings vermitteln
Internationales Vertragsrecht (CISG, OR, Eigentumsübergang, AGBs und Battle of Forms): Tipps für Vertragsabschluss, Auftragsbestätigungen, Offerten sowie Zusätze und Abwandlungen der Incoterms®.
Verhandlungsführung: Wertvolle Tipps für die Margenoptimierung, inklusive Argumente zur Durchsetzung eigener Klauseln.
Preiskalkulation von EXW bis DDP: Korrekte Kostenverteilung zwischen Käufer und Verkäufer, inklusive Kostenteilung bei Lieferverzögerungen, Mehrkosten wie Vorrevision, Bewilligungen, Hafengebühren, Lager- und Umschlagsgebühren.
Schadenfälle und Transportrecht: Wer ist für den Verlad zuständig? Wie ist im Falle eines Transportschadens vorzugehen? Welche Risiken sind versichert? Praxistipps rund um Haftungsfragen sowie die Zusammenarbeit mit Spediteuren.
Transportversicherungen und Institute Cargo Clauses: Inhalte und Bestimmungen der Institute Cargo Clauses, unentbehrliche Tipps für die Inhalts- und Kostenoptimierung.
Sicherheitsbestimmungen im Zoll- und Transportbereich: BAZL-Known Shipper, AEO und weitere — was ist zwingend, was freiwillig? Wo liegen die Mehrwerte?
Zollverfahren, Zölle und Einfuhrsteuern weltweit: Aufgaben des Importeurs sowie des Exporteurs in Bezug auf die Incoterms®, praxisorientiert auf den Punkt gebracht.
Typische Fragestellungen aus der Berufspraxis
In unserer täglichen Beratungspraxis entdecken wir Lücken in Kaufverträgen, die in einem Rechts- oder Schadenfall kostenintensive Risiken verbergen:
- Was ist, wenn der Käufer gegenteilige Bedingungen bestätigt?
- Was passiert, wenn die Incoterms infolge «Battle of Forms» ausfallen?
- Was passiert, wenn ich von den offiziellen Incoterms® 2020 abweiche?
- Darf ich EXW und DDP noch verwenden?
- Wo kann ich Kosten sparen?
- Wie haftet der Spediteur? Wie im Falle eines Transportschadens vorzugehen?
- Wer haftet für die korrekte Verzollung?
- Wo liegt der Unterschied zwischen Risikoübergang und Eigentumsübergang?
- Welchen Wert muss ich versichern?
- Was sind die konkreten Inhalte der Institute Cargo Clauses?
- Welche Klauseln sollte ich meiden?
Fragen und Antworten aus unserem Webinar mit Switzerland Global Enterprise (06.11.2019)
Im Rahmen der Einführung der Incoterms® 2020 hat unsere ICC-lizenzierte Expertin zusammen mit Switzerland Global Enterprise (S-GE) ein Basis-Webinar zu den Neuerungen durchgeführt. Nachfolgend die häufigsten Fragen und rechtsunverbindlichen Antworten aus der Praxis:
Reicht es, wenn man bei CIF die Versicherung über den Spediteur decken lässt?
Es gibt verschiedene Varianten, eine Transportversicherung abzuschliessen. Ein Preisvergleich lohnt sich. Wichtig ist, dass mit Versicherer wie auch Käufer über die Deckungsinhalte gesprochen wird, die nicht nur den Regelungen der Incoterms, sondern auch den Vorstellungen des Kunden entsprechen.
Welche Klausel wird für Seefracht Container 40 Fuss empfohlen?
In einem ersten Schritt ist zu prüfen, wie Kosten und Risiken aufgeteilt werden sollen. Für containerisierte Ware empfiehlt sich oft die FCA-Klausel anstelle der FOB-Klausel. Kritisch könnte zudem der Entlad beim Kunden sein.
Welche Klausel bei Transport bis zum Kunden inklusive Einfuhrverzollung, aber ohne MWST und Zoll?
Hier kommt eine DAP-Klausel mit vertraglicher Zusatzklausel in Frage. Der Spediteur ist separat zu instruieren. Abwandlungen sollten nur von Profis vorgenommen werden.
DPU inkl. Entladung: Konflikte mit CMR-AGB?
Die Incoterms regeln nicht das anwendbare Transportrecht, sondern die Kosten- und Gefahrenteilung. Es ist der Wortlaut der DPU-Klausel massgebend. Vertragsrechtlich korrekt umgesetzt, entstehen keine Konflikte mit dem CMR.
DDP: Ist es eine gute Idee, Zölle und MWST an den Kunden weiterzuverrechnen?
Vorsicht geboten. DDP ist eine Klausel für Profis. Ohne vorgängige Prüfung der steuer- und zollrechtlichen Implikationen ist DDP keine gute Idee. Besser DAP mit klaren Zusatzklauseln.
Welche Klauseln bei Dreiecksgeschäften (CH → Norwegen → USA)?
Massgebend ist die gewünschte Kosten- und Gefahrenteilung. Je nach Klausel ergeben sich Implikationen auf weitere Rechtsfragen. Spezifische Fallbetrachtung notwendig.
Was passiert rechtlich bei Anpassungen einer Klausel?
Zusatzvereinbarungen sind möglich, können jedoch zu Rechtsunsicherheit führen. Beispiel: «DDP inkl. EU-Verzollung, aber Kunde holt ab» — das ist keine leichte Anpassung, sondern eine weitergreifende Abweichung mit rechtlichen Konsequenzen.
Welche Klausel bei kostenlosen Ersatzlieferungen (Garantie)?
Massgebend ist der vorangehende Liefervertrag. Wenn keine spezifische Regelung besteht, finden die Incoterms keine Anwendung. Die Problematik bezüglich Abgaben und Registrierungspflichten im Bestimmungsland bleibt bestehen.
Wer macht die Ausfuhr bei EXW beim Export aus der Schweiz?
Vertragsrechtlich ist der Käufer verantwortlich. Die Vorbemerkungen verweisen explizit darauf, dass EXW für internationale Geschäfte ausserhalb von Binnenmärkten vermieden werden sollte.
Wo liegt der Unterschied zwischen FCA mit On-Board-Document und FOB?
Bei FCA kann der Ort frei definiert werden, bei FOB bezieht er sich immer auf ein benanntes Schiff. Entscheidungskriterien: Versicherungsart, Terminal-Handling-Charges, Hafenusanzen, Art der Ware.
Gibt es bei EXW/FCA eine Frist für die Abholung?
Die Ware ist innerhalb des vereinbarten Zeitraums abzuholen. Es liegt an Ihnen, die Fristen und Benachrichtigungswege im Vertrag zu definieren.
Alle Antworten sind rechtsunverbindlich. Teilweise ist eine spezifische Fallbetrachtung notwendig.
Seminare und Inhouse-Training
Incoterms® betreffen Einkauf, Verkauf und Logistik gleichermassen. Unsere firmenspezifischen Inhouse-Trainings bringen alle relevanten Aspekte praxisorientiert auf den Punkt — zugeschnitten auf Ihre Branche, Ihre Lieferketten und Ihre konkreten Vertragskonstellationen. Bei jedem Training erhalten die Teilnehmenden ein offiziell von ICC Switzerland mitunterzeichnetes Zertifikat.
Incoterms® Wallchart und Regelwerk
Wir empfehlen, sich ausschliesslich an den offiziellen Wortlaut der ICC auszurichten — so sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite.
- Wallchart kostenlos: ICC Switzerland Wallchart Incoterms® 2020 (PDF)
- Regelwerk bestellen: ICC Switzerland Shop — alle Sprachversionen
- ICC Weltweit — Trainer Directory: ICC Paris — Incoterms® 2020 Recognized Trainers
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