Exportkontrolle Schweiz – Douana® Lehrgang Trade Compliance
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Die IEEPA-Zölle sind vom Supreme Court für rechtswidrig erklärt worden. Die Rückerstattung läuft über CAPE (Claims and Appeals Processing Environment) im ACE-Portal der CBP. Phase 1 startet am 20. April 2026. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Schweizer Unternehmen mit US-Importstatus ihre IEEPA-Zölle zurückfordern — und worauf sie dabei besonders achten müssen.

Was vorher passiert ist — und warum das für die Rückerstattung wichtig ist

Um zu verstehen, welche Entries überhaupt für CAPE in Frage kommen, muss man die Abfolge der Ereignisse kennen. Denn die IEEPA-Zölle waren nicht durchgehend gleich hoch, und nicht alle Zeiträume sind gleich behandelt worden.
Datum Ereignis Auswirkung auf Schweizer Importe
2. April 2025 Executive Order: Reciprocal Tariffs unter IEEPA Erstmals Zölle auf IEEPA-Basis angekündigt
5. April 2025 Baseline-Zoll von 10% tritt in Kraft Alle Schweizer Waren betroffen
9. April 2025 Länderspezifische Sätze (Schweiz: 31%) — gleichentags 90-Tage-Pause für alle ausser China Schweiz bleibt zunächst bei 10%
~Juli 2025 90-Tage-Pause läuft ab Schweiz: 31% IEEPA-Zoll aktiv
Dezember 2025 Verhandlungen: Satz auf 15% reduziert Schweiz: 15% IEEPA-Zoll
20. Februar 2026 Supreme Court kippt IEEPA-Zölle (Learning Resources v. Trump, 6:3) Alle IEEPA-Zölle rechtswidrig
24. Februar 2026 Section 122 (10%) tritt als Ersatz in Kraft Nicht über CAPE erstattungsfähig
4. März 2026 Court of International Trade ordnet Rückerstattung an (Atmus Filtration) CBP muss IEEPA-Duties zurückzahlen
20. April 2026 CAPE Phase 1 startet Erstattungsanträge möglich
Das bedeutet: Alle Entries, die zwischen dem 5. April 2025 und dem 20. Februar 2026 IEEPA-Duties gezahlt haben, sind grundsätzlich erstattungsberechtigt. Das ist ein Zeitfenster von knapp elf Monaten. Je nachdem, wann innerhalb dieses Fensters eine Entry liquidiert wurde, gelten unterschiedliche Fristen und Wege — und genau das bestimmt, wie man vorgehen muss.

Was danach kam — und was nicht verwechselt werden darf

Seit dem 24. Februar 2026 gilt auf Schweizer Waren ein Section-122-Zoll von 10 Prozent. Dieser Zoll ist temporär und hat eine andere Rechtsgrundlage als die IEEPA-Zölle. Er ist nicht über CAPE erstattungsfähig. Ebenso wenig die weiterhin geltenden Section-232-Zölle auf Stahl und Aluminium (50%). Es ist entscheidend, diese Zollarten sauber zu trennen.
Zollart Grundlage CAPE-Erstattung
IEEPA (reciprocal tariffs, 31% / 15% / 10% CH) IEEPA — vom Supreme Court gekippt Ja
Section 232 (Stahl/Alu 50%) Trade Expansion Act — weiterhin gültig Nein
Section 301 (China) Trade Act 1974 — weiterhin gültig Nein
Section 122 (10% seit 24.02.2026) Trade Act 1974 — temporär Nein
AD/CVD (Antidumping / Subventionen) Branchenspezifisch Nein
IEEPA-bezogene Entries erkennt man an Chapter-99-HTS-Codes (z.B. 9903.01.xx) auf der Entry Summary (CBP Form 7501). Auch Broker-Kennzeichnungen und die spezifischen Duty-Zuschläge geben Hinweise. Im Zweifelsfall sollte der Broker bestätigen, welche Entries tatsächlich IEEPA-Duties betreffen.

Erste Entscheidung: Wer reicht ein?

Bevor irgendetwas vorbereitet wird, muss eine zentrale Frage geklärt werden: Reicht das Unternehmen die CAPE Declaration selbst ein, oder übernimmt das der Customs Broker? Nach der aktuellen CBP-Regelung dürfen nur zwei Parteien einreichen:
  • Der Importer of Record (IOR) selbst
  • Der Customs Broker, der die jeweiligen Entries ursprünglich eingereicht hat
Das wird oft missverstanden: Es kann nicht irgendein Broker einreichen. Es muss genau der Broker sein, der die betreffenden Entries tatsächlich gefiled hat. Wenn ein Unternehmen mit mehreren Brokern gearbeitet hat, kann kein einzelner Broker alle Entries auf einmal einreichen.
Situation Empfehlung
Ein Hauptbroker, fast alle Entries Broker reicht ein — einfachste Variante
Mehrere Broker Importer steuert zentral und weist pro Declaration zu
Keine Übersicht, wer was gefiled hat Zuerst Masterliste aufbauen, dann entscheiden
Das grösste Risiko entsteht, wenn sowohl der Importer als auch der Broker parallel und ohne Abstimmung einreichen. Dann entstehen Duplikate, Lücken oder widersprüchliche Claims. Es darf nur eine Seite pro Entry einreichen. Diese Entscheidung muss früh fallen, weil sie den gesamten Datenfluss, die Zuständigkeiten und den Portalzugang bestimmt. Wenn der Importer selbst einreichen will, braucht er einen aktiven ACE-Zugang und muss seine Bankdaten im Importer-Sub-Account hinterlegt haben — dorthin geht die Erstattung. Wenn der Broker einreicht, muss der Importer trotzdem sicherstellen, dass die Datenbasis vollständig und bereinigt ist. Die Verantwortung für die Datenqualität bleibt beim Importer.

Der Prozess ist zweistufig

CAPE ist technisch überraschend einfach: Man lädt eine CSV-Datei mit Entry Numbers ins ACE-Portal hoch. Keine langen Formulare, keine Dokumentenanhänge, keine Duty-Berechnungen — CBP ergänzt all das automatisch aus den eigenen ACE-Daten. Aber genau das ist auch das Problem. Weil der Upload so einfach ist, entsteht schnell der Eindruck, man könne einfach alle Entry Numbers zusammenwerfen und hochladen. Das wäre ein Fehler. Der eigentliche Aufwand liegt in der Vorbereitung — in der sauberen Auswahl und Prüfung der Entries.
Stufe Was passiert Aufwand
Stufe 1 — Vorbereitung Daten sammeln, prüfen, bereinigen, auswählen Hoch — hier liegt der eigentliche Aufwand
Stufe 2 — Einreichung CSV erstellen und im ACE-Portal hochladen Gering — technisch einfach
Die CAPE-Datei ist nicht die Analyse. Sie ist nur das technische Ergebnis einer vorher abgeschlossenen Analyse. Die Datenaufbereitung findet vorher statt — und dort entscheidet sich, ob die Erstattung reibungslos läuft oder ob es Probleme gibt.

Phase 1 — Was jetzt eingereicht werden kann und was nicht

CBP hat angekündigt, dass Phase 1 ab dem 20. April 2026 CAPE Declarations für die Mehrheit der «normalen» formal und informal Entries mit IEEPA-Duties akzeptiert. Aber nicht für alle. Phase 1 umfasst:
  • Unliquidated Entries (noch nicht abgerechnet)
  • Entries, die innerhalb der letzten 80 Tage liquidiert wurden
Phase 1 schliesst aus:
  • Entries mit AD/CVD-Bezug (Antidumping / Countervailing Duties)
  • Entries mit Status «suspended», «extended» oder «under review»
  • Warehouse Withdrawals
  • Entries, die für Drawback vorgesehen sind
Diese ausgeschlossenen Kategorien kommen erst in Phase 2. Wann Phase 2 startet, hat CBP noch nicht bekannt gegeben.
Entry-Typ Phase 1 Phase 2
Unliquidated (normal) Ja
Liquidiert ≤ 80 Tage Ja
Liquidiert > 80 Tage Nein Voraussichtlich
Suspended / Extended / Under Review Nein Ja
AD/CVD-Entries Nein Ja
Warehouse Withdrawals Nein Ja
Drawback-Entries Nein Ja

Kritische Fristen — hier wird es ernst

Neben der Phase-1-Logik gibt es zwei Fristen, die unabhängig von CAPE laufen und die man auf keinen Fall übersehen darf: Die 90-Tage-Reliquidationsfrist: CBP hat nach der Liquidation einer Entry nur 90 Tage Zeit, um diese freiwillig zu reliquidieren. Entries, bei denen dieses Fenster bereits geschlossen ist, sind «at risk» — sie können von CBP nicht mehr ohne Weiteres korrigiert werden. Für diese Entries ist ein Protest der einzige verbleibende Weg. Die 180-Tage-Protestfrist: Nach der Liquidation hat der Importer 180 Tage Zeit, einen formellen Protest einzulegen. Wenn diese Frist verstreicht, ohne dass ein Protest eingereicht wurde, wird die Liquidation «final» — und eine finale Liquidation kann auch über CAPE nicht mehr rückgängig gemacht werden. Das bedeutet konkret: Wer Entries hat, die vor mehr als 80 Tagen liquidiert wurden und deshalb nicht in Phase 1 fallen, darf nicht einfach auf Phase 2 warten. Denn während man wartet, läuft die 180-Tage-Protestfrist weiter. Und wenn diese Frist abläuft, bevor Phase 2 startet, ist der Erstattungsanspruch verloren — egal, was CAPE später anbietet. CBP empfiehlt daher ausdrücklich: Für Entries, die sich im Zeitfenster von 90 bis 180 Tagen nach Liquidation befinden, sollen Proteste eingelegt werden. Das ist kein «entweder CAPE oder Protest» — sondern beides parallel.
Tage seit Liquidation Was tun
0–80 Tage CAPE Phase 1 — einreichen
80–90 Tage Protest einlegen — CBP kann noch reliquidieren
90–180 Tage Protest einlegen — einziger verbleibender Weg, CBP empfiehlt es ausdrücklich
> 180 Tage, kein Protest eingereicht Liquidation ist final — Erstattung nicht mehr möglich
Unliquidated CAPE Phase 1 — einreichen
Diese Tabelle zeigt, warum die Masterliste nicht nur eine Phase-1-Spalte braucht, sondern auch eine Spalte für die Protestfrist. Nur so kann das Unternehmen erkennen, welche Entries dringend einen Protest brauchen, bevor es zu spät ist.

Was ist mit Entries, die bereits einen Protest oder eine PSC haben?

Hier muss sauber unterschieden werden: Entries mit laufendem Protest: CAPE und der Protestprozess laufen nach aktuellem Stand unabhängig voneinander. CBP hat nicht explizit gesagt, dass eine Entry mit laufendem Protest nicht in CAPE eingereicht werden darf. Aber es ist ratsam, solche Entries in der Masterliste separat zu kennzeichnen und nicht ohne Weiteres in die CAPE-Datei aufzunehmen — denn eine doppelte Bearbeitung über zwei parallele Verfahren kann zu Komplikationen führen. Entries mit abgeschlossener Post Summary Correction (PSC): Wenn eine Entry bereits durch eine PSC korrigiert wurde und die IEEPA-Duties dabei angepasst wurden, besteht kein Erstattungsanspruch über CAPE für den bereits korrigierten Betrag. Solche Entries sollten in der Masterliste als «bereits korrigiert» markiert und aus der CAPE-Datei ausgeschlossen werden. Entries mit laufender PSC: Hier gibt es von CBP bisher keine klare Guidance. Im Zweifelsfall sollten diese Entries zurückgestellt und nicht in Phase 1 eingereicht werden, bis die PSC abgeschlossen ist. Empfehlung für die Masterliste: Eigene Spalte «Protest/PSC Status» mit den Werten: kein Protest, Protest laufend, Protest abgeschlossen, PSC laufend, PSC abgeschlossen. So ist auf einen Blick erkennbar, welche Entries für CAPE in Frage kommen und welche nicht.

Die Masterliste — angepasster Aufbau

Die Masterliste muss alle diese Aspekte abbilden: IEEPA-Zugehörigkeit, Liquidationsstatus, Phase-1-Eignung, Protestfristen und Protest/PSC-Status. Nur so kann das Unternehmen sauber entscheiden, welche Entries in CAPE gehen, welche einen Protest brauchen und welche zurückgestellt werden. Datenquellen:
  • Broker Reports — von allen beteiligten Brokern, nicht nur vom Hauptbroker
  • CBP Form 7501 (Entry Summary)
  • ACE-Auswertungen
  • Interne Systeme (ERP, Trade Compliance)
Empfohlener Aufbau:
Entry Number Status Liq. Date Tage seit Liq. Duty (USD) HTS Broker IEEPA Protest/PSC Aktion
123-1234567-8 unliquidated 42'000 9903.01.25 A Ja keiner CAPE Phase 1
234-2345678-9 liquidated 20.03.26 24 18'500 9903.01.25 B Ja keiner CAPE Phase 1
345-3456789-0 liquidated 05.01.26 99 31'000 9903.01.25 A Ja keiner Protest einlegen!
456-4567890-1 liquidated 01.11.25 164 55'000 9903.01.25 A Ja keiner Protest DRINGEND!
567-5678901-2 liquidated 15.03.26 29 7'200 7208.51.00 B Nein (232) Nicht CAPE
678-6789012-3 liquidated 10.02.26 62 12'800 9903.01.25 B Ja PSC laufend Zurückstellen
789-7890123-4 suspended 28'000 9903.01.25 A Ja keiner Phase 2 abwarten
In diesem Beispiel sieht man die verschiedenen Szenarien:
  • Zeile 1 und 2: Klare Phase-1-Kandidaten — direkt in die CAPE-Datei
  • Zeile 3: 99 Tage seit Liquidation — zu spät für Phase 1, aber die Protestfrist (180 Tage) läuft noch. Protest einlegen.
  • Zeile 4: 164 Tage — Protestfrist läuft in 16 Tagen ab. Sofort handeln, sonst ist das Geld weg.
  • Zeile 5: Section 232 — gehört nicht in CAPE, egal wann liquidiert.
  • Zeile 6: PSC läuft noch — zurückstellen, bis die Korrektur abgeschlossen ist.
  • Zeile 7: Suspended — Phase 1 schliesst diese aus. Auf Phase 2 warten.

Masterliste prüfen — worauf es ankommt

IEEPA-Zugehörigkeit: Jede Entry muss auf ihre tatsächliche IEEPA-Relevanz geprüft werden. Nur Entries mit Chapter-99-HTS-Codes auf IEEPA-Basis gehören in CAPE. Section 301, Section 232 und AD/CVD müssen konsequent ausgeschlossen werden. Duplikate finden: Bei mehreren Brokern kann dieselbe Entry in verschiedenen Reports auftauchen:
=IF(COUNTIF(A:A,A2)>1,"DUPLIKAT","OK")
Fehlende Felder erkennen:
=IF(OR(A2="",B2="",C2=""),"PRÜFEN","OK")
Tage seit Liquidation berechnen:
=IF(B2="unliquidated","—",TODAY()-C2)
Aktion bestimmen:
=IF(H2="Nein","Nicht CAPE",IF(I2<>"keiner","Zurückstellen",IF(B2="unliquidated","CAPE Phase 1",IF(D2<=80,"CAPE Phase 1",IF(D2<=180,"Protest einlegen!","ZU SPÄT")))))
Entries ausschliessen, wenn:
  • Kein IEEPA-HTS-Code (z.B. Section 232, 301)
  • Bereits durch abgeschlossene PSC korrigiert
  • PSC noch laufend — zurückstellen
  • Bereits Gegenstand eines laufenden Protests — separat behandeln
  • Widersprüchliche Daten zwischen Broker-Report und ACE
  • Status suspended, extended, under review — erst Phase 2
  • Warehouse Withdrawal oder Drawback-Entry — erst Phase 2

Die CAPE-Datei erstellen und hochladen

Wenn die Masterliste bereinigt ist, wird daraus die CAPE-Datei abgeleitet. Die interne Arbeitsdatei darf viele Spalten und Hilfsinformationen enthalten. Die CAPE-Datei ist dagegen bewusst schlank — sie enthält nur die Entry Numbers im CSV-Format:
EntryNumber
123-1234567-8
234-2345678-9
Alle weiteren Informationen — Importer, Duty-Beträge, HTS-Codes, Status — ergänzt CBP automatisch aus ACE. Man muss sie nicht hochladen. Ein häufiger Stolperstein: Ein Unternehmen erstellt eine Excel-Datei mit 20 Spalten und lädt diese direkt als CAPE-Datei hoch. Das führt zu einem Formatfehler — und die gesamte Declaration wird abgelehnt. Für den Upload muss aus der internen Arbeitsdatei eine schlanke CSV abgeleitet werden, die nur die Entry Numbers enthält.
Regel Detail
Format CSV (Comma delimited)
Inhalt Nur Entry Numbers
Limit Max. 9'999 Entries pro Declaration
Mehr als 9'999 Mehrere Declarations einreichen
Amendments Nicht möglich nach Einreichung
Vorlage Im CAPE-Tab des ACE-Portals herunterladbar
Wichtig: Einmal eingereicht, kann eine CAPE Declaration nicht mehr geändert werden. Keine Korrekturen, kein Nachtragen, kein Entfernen einzelner Entries. Deshalb muss die Liste vor dem Upload stimmen. Zur Obergrenze von 9'999 Entries: Das bedeutet nicht, dass man insgesamt nur so viele einreichen kann. Pro Declaration gilt diese Grenze — aber ein Importer kann mehrere Declarations einreichen. Ein Unternehmen mit 14'500 geeigneten Entries teilt diese auf mindestens zwei Declarations auf.

Was CBP nach dem Upload prüft

Das CAPE-System validiert auf zwei Ebenen:
Prüfebene Was geprüft wird Bei Fehler
Dateiebene Format korrekt? Einreicher berechtigt? Gesamte Declaration abgelehnt
Entry-Ebene Entry in ACE vorhanden? IEEPA-HTS-Code? Einzelne Entry wird entfernt, Rest läuft weiter
Ein Formatfehler in der CSV ist kritisch für die ganze Datei — alles wird abgelehnt. Einzelne ungeeignete Entries hingegen werden herausgenommen, der Rest wird verarbeitet. Das bedeutet: Ein paar falsche Entries sind kein Totalausfall, aber ein falsches Dateiformat schon.  

Praxisbeispiel: Der vollständige Workflow

Ein Schweizer Unternehmen importiert pharmazeutische Rohstoffe und Präzisionsinstrumente in die USA. Es hat seit April 2025 IEEPA-Zölle gezahlt und arbeitet mit drei Customs Brokers.
Schritt Was passiert Ergebnis
Daten sammeln Reports von allen drei Brokern zusammenführen (April 2025 – Feb 2026) 1'200 Entries
Duplikate entfernen 68 doppelte Entry Numbers identifiziert 1'132 Entries
IEEPA prüfen 195 Entries betreffen Section 232 (Stahl/Alu) — raus 937 IEEPA-Entries
Protest/PSC prüfen 23 Entries haben laufende Proteste, 8 haben abgeschlossene PSC — raus 906 Entries
Phase-2-Entries separieren 47 Entries suspended/extended — erst Phase 2 859 Entries
Phase-1-Filter Unliquidated oder liquidiert ≤ 80 Tage 398 Entries → CAPE
Protest-Check 312 Entries liquidiert 80–180 Tage — Protest nötig 312 Proteste einlegen
Zu spät 149 Entries > 180 Tage ohne Protest — final Erstattung verloren
CAPE-Datei 398 Entry Numbers als CSV exportieren 1 Declaration
Dieses Beispiel zeigt die Realität: Von 1'200 Entries landen 398 in CAPE Phase 1. Für 312 weitere muss sofort ein Protest eingelegt werden, bevor die 180-Tage-Frist abläuft. 47 warten auf Phase 2. Und 149 Entries sind leider bereits final — weil seit der Liquidation mehr als 180 Tage vergangen sind und kein Protest eingereicht wurde. Das zeigt, warum die Masterliste so wichtig ist: Ohne sie weiss das Unternehmen nicht, welche Entries dringend einen Protest brauchen — und riskiert, dass zehntausende Dollar unwiederbringlich verloren gehen.

Häufige Fehler

Fehler Folge
Excel mit 20 Spalten als CAPE-Datei hochladen Formatfehler — gesamte Declaration abgelehnt
Alle Entries ohne Fristenprüfung hochladen Viele werden von CBP herausgefiltert
Section-232-Entries (Stahl/Alu) mitschicken Werden abgelehnt — kein IEEPA-HTS-Code
Broker und Importer reichen ohne Abstimmung parallel ein Duplikate und widersprüchliche Claims
Auf Phase 2 warten statt Protest einzulegen 180-Tage-Frist verstreicht — Geld verloren
Entries mit laufender PSC in CAPE einreichen Unklare Rechtslage — Komplikationen möglich
Suspended/extended Entries in Phase 1 einreichen Werden von CBP herausgefiltert — erst Phase 2
Nach Upload korrigieren wollen Amendments nicht möglich
Keine zentrale Masterliste bei mehreren Brokern Entries fehlen, werden doppelt eingereicht oder falsch priorisiert

Fristen im Überblick

Was Frist
IEEPA-Zölle erhoben 5. April 2025 – 20. Februar 2026
CAPE Phase 1 Start 20. April 2026
Phase-1-Fenster Unliquidated + liquidiert ≤ 80 Tage
Reliquidation durch CBP möglich 90 Tage nach Liquidation
Protestfrist 180 Tage nach Liquidation
Regierungsberufungsfrist 8. Juni 2026
Erwartete Erstattungsdauer 60–90 Tage nach Annahme

Checkliste

Aufgabe
Entscheiden: Reicht der Importer selbst ein oder der Broker?
ACE-Zugang prüfen — Bankdaten im Importer-Account hinterlegt?
Daten von allen Brokern zusammentragen (Zeitraum: April 2025 – Februar 2026)
Masterliste aufbauen mit allen Spalten inkl. Protest/PSC-Status
IEEPA-Entries identifizieren (Chapter-99-HTS-Codes)
Section-232-, Section-301- und AD/CVD-Entries ausschliessen
Entries mit laufender PSC oder laufendem Protest separat kennzeichnen
Suspended/extended/Drawback/Warehouse Entries für Phase 2 markieren
Duplikate entfernen
Phase-1-Entries bestimmen (unliquidated / ≤ 80 Tage)
Entries 80–180 Tage: sofort Protest einlegen!
CAPE-CSV aus Masterliste ableiten (nur Entry Numbers)
CSV-Format gegen CBP-Vorlage prüfen
Im ACE-Portal unter dem CAPE-Tab hochladen

Zusammenfassung

Thema Kernaussage
Zeitraum IEEPA-Zölle 5. April 2025 – 20. Februar 2026
Was wird erstattet Nur IEEPA-Zölle — nicht Section 232, 301, 122 oder AD/CVD
Stufe 1 Masterliste aufbauen, prüfen, filtern, bereinigen
Stufe 2 Aus der Masterliste die CAPE-CSV ableiten und hochladen
Phase 1 Unliquidated + liquidiert ≤ 80 Tage (keine suspended/AD/CVD/Drawback)
Phase 2 Suspended, extended, AD/CVD, Warehouse, Drawback — Zeitpunkt offen
Wer darf einreichen IOR selbst oder der Broker, der die Entries gefiled hat
Format CSV mit Entry Numbers — sonst nichts
Limit 9'999 Entries pro Declaration — mehrere möglich
Amendments Nicht möglich nach Einreichung
Protest parallel Für Entries 80–180 Tage nach Liquidation — CBP empfiehlt es ausdrücklich
Erstattung 60–90 Tage nach Annahme erwartet
Für CAPE wird nur eine Liste von Entry Numbers hochgeladen. Der eigentliche Aufwand liegt in der vorgelagerten Auswahl und Prüfung. Wer hier sauber arbeitet — IEEPA-Entries korrekt identifiziert, Fristen im Griff hat, Proteste rechtzeitig einlegt und die Einreichung zwischen Importer und Broker klar koordiniert — bekommt sein Geld zurück. Wer es überstürzt oder abwartet, riskiert Fehler, die sich nicht mehr korrigieren lassen. Im Zweifelsfall: Jurist beiziehen.

Quellen

CBP — IEEPA Duty Refunds CBP — CAPE Declarations Quick Reference Guide CBP — ACE Portal
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