Mit dem neuen Jahr gelten in China aktualisierte Zollvorschriften, die Exporteure und Importeure direkt betreffen. Verschärfte Kontrollen für Dual-Use-Güter, Anpassungen bei Ausfuhrzöllen und Änderungen der Umsatzsteuererstattung erfordern rasche Anpassungen. Dieser Beitrag beleuchtet die Kernänderungen und gibt praxisnahe Handlungsempfehlungen, um Risiken zu minimieren und Chancen zu nutzen.
Wichtige Updates zu Lizenzen, Zöllen und Umsatzsteuererstattungen ab Dezember 2024 – so passen Sie Ihre Strategie an
Neue Zollregelungen China 2025: Ausfuhrlizenzen, Einfuhrzölle und Steueränderungen für Exporteure und Importeure
 

Verschärfte Ausfuhrkontrollen für Dual-Use-Güter

Bereits seit dem 1.12.2024 hat China seine Vorschriften zur Exportkontrolle von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck (Dual-Use) deutlich verschärft. Diese Güter, die sowohl zivile als auch militärische Anwendungen ermöglichen, unterliegen nun strengeren Überprüfungen durch das chinesische Wirtschaftsministerium (MOFCOM).
Aktualisierte KontrolllisteDie aktualisierte Kontrollliste wurde am 15. November 2024 veröffentlicht und umfasst erweiterte Kategorien sensibler Technologien.
Die neuen Regelungen basieren auf dem Export Control Law (ECL) von 2020 und zielen auf den Schutz nationaler Sicherheit ab.
Unternehmen müssen künftig detailliertere Dokumentationen vorlegen, um Ausfuhrgenehmigungen zu erhalten. Es gibt zwei Hauptarten: Einzellizenzen für spezifische Lieferungen und Sammelgenehmigungen für wiederkehrende Exporte. Die Listen werden ständig erweitert.
Vergleich alter und neuer Regelungen
Aspekt Vor 1.12.2024 Ab 1.12.2024
Kontrollliste Basierend auf ECL 2020 Erweitert und aktualisiert
Genehmigungsarten Primär Einzellizenzen Einzellizenzen + Sammelgenehmigungen
Überwachung National beschränkt Globale Wiederausfuhrkontrolle
Betroffene Sektoren umfassen Elektronik, Chemikalien und Maschinenbau. Beispielsweise fallen hochpräzise Sensoren oder bestimmte Legierungen nun unter die Kontrolle.

Anpassungen bei Ausfuhrzöllen und Umsatzsteuererstattungen

Die Zolltarifkommission des chinesischen Staatsrats hat für 2024 und darüber hinaus Exportzölle für Rohstoffe und Halbfertigprodukte angepasst. Betroffen sind vor allem Erze wie Blei, Zink, Wolfram sowie Metalle wie Kupfer, Aluminium und Nickel. Erweiterungen auch 2026 zu erwarten.
Umsatzsteuererstattung gekürztAb 1. Dezember 2024 senkte oder streich China zudem die Umsatzsteuererstattung für zahlreiche Exportwaren. Für Produkte in Liste 1 entfällt die Erstattung vollständig. Dies belastet diese Waren mit der vollen 13-prozentigen Umsatzsteuer. Dies ist eine Massnahme, die wir auch 2026 erneut antreffen können.
In Liste 2 werden Sätze von 13 auf 9 Prozent gekürzt. Hierzu zählen vorerst u.a. natürlicher Grafit, Kraftstoffe, Siliziumwafer, Batterien und Photovoltaikmodule.
Auswirkungen:
  • Preisanstieg: Höhere Kosten mindern die Attraktivität chinesischer Produkte
  • Diversifikation: Importeure prüfen Alternativen aus Vietnam oder Indien
  • Compliance: Korrekte Deklaration der Tarifnummern ist essenziell

Neue Anforderungen an Einfuhrlizenzen

Auch Importe nach China unterliegen erweiterten Lizenzpflichten. Das MOFCOM hat per Erlass Nr. 64 vom 29. Dezember 2023 festgelegt, welche Waren eine Genehmigung benötigen und es ist davon auszugehen, dass diese Listen ständig erweitert werden.
Betroffene WarengruppenDazu gehören Agrarprodukte, Chemikalien und bestimmte Maschinen, um den heimischen Markt zu schützen. Bearbeitungszeiten betragen typisch 20–60 Tage.
Kategorie Zollsatz-Beispiel Umsatzsteuer
Landwirtschaft Hoch (bis 20%) 9–13%
Maschinen Niedrig (5–10%) 13%
Hightech Ermässigt Teilentfall

Auswirkungen auf globale Lieferketten und Strategien

Die kumulierten Änderungen fordern Unternehmen zu strategischen Anpassungen heraus. Exportpreise steigen durch Zölle und reduzierte Erstattungen, was Margen drückt.
Handlungsempfehlungen
  • Audit Ihrer Produktliste auf HS-Nummern und Kontrollstatus
  • Diversifizieren Sie Lieferanten (z. B. ASEAN-Staaten)
  • Nutzen Sie Freihandelsabkommen wie RCEP
  • Schulen Sie Teams zu neuen Vorschriften

Zukünftige Entwicklungen und Monitoring

China signalisiert weitere Anpassungen, etwa zur Förderung grüner Technologien. Die Dual-Use-Liste könnte jährlich aktualisiert werden.
Empfohlene ToolsTools wie Softwares oder Douana-Beratung erleichtern die Einhaltung. Bleiben Sie informiert, um Wettbewerbsvorteile zu sichern.
 
Zusammenfassung und Ausblick
Die neuen Zollregelungen in China  verändern den Handel grundlegend: Strengere Lizenzen, höhere Zölle und reduzierte Erstattungen erfordern proaktive Massnahmen, auch 2026 sind Anpassungen zu erwarten.

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