Die Europäische Union rüstet sich für einen massiven Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten. Im Zentrum steht die Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump gegen acht europäische NATO-Staaten wegen ihrer Ablehnung eines US-Kaufs von Grönland. Brüssel bereitet Gegenzölle im Umfang von 93 Milliarden Euro vor, die automatisch am 6. Februar greifen könnten. Gleichzeitig liegt das Handelsabkommen auf Eis. Dieser Beitrag beleuchtet die Hintergründe, betroffenen Produkte und möglichen Folgen.
Brüssels harte Linie im Zollstreit – Automatisches Inkrafttreten am 6. Februar droht und blockiert Handelsabkommen
EU-Gegenzölle gegen USA: 93 Milliarden Euro als Antwort auf Trumps Grönland-Drohungen

EU-Gegenzölle gegen USA: 93 Milliarden Euro als Antwort auf Trumps Grönland-Drohungen

Trumps Zolldrohung als Auslöser

US-Präsident Donald Trump hat kürzlich angekündigt, ab dem 1. Februar einen zusätzlichen 10-prozentigen Zoll auf Waren aus acht europäischen NATO-Ländern zu verhängen. Mehr dazu in diesem Bericht. Europäische Regierungen reagierten empört und kündigten eine einheitliche Gegenstrategie an. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte die Notwendigkeit einer koordinierten EU-Reaktion, während Aussenminister Johann Wadephul weitere US-Massnahmen als Gift für das transatlantische Verhältnis bezeichnete. Die Eskalation markiert die schwerste Krise in den transatlantischen Beziehungen seit Jahrzehnten, wie Beobachter betonen.

EU-Vorbereitungen auf Vergeltung

Die EU-Kommission prüft umfassende Vergeltungsmassnahmen gegen die USA, darunter Strafzölle in Höhe von 93 Milliarden Euro. Diese waren bereits im Juli festgelegt, wurden aber ausgesetzt. Ohne Einigung treten sie automatisch am 6. Februar in Kraft. Betroffen wären US-Produkte wie Bourbon-Whiskey, Flugzeugteile, Sojabohnen und Geflügel. EU-Botschafter einigten sich in Brüssel darauf, dass US-Zölle inakzeptabel sind und eine Reaktion erfordern. Ein EU-Diplomat bestätigte gegenüber Reuters die automatische Aktivierung. Zusätzlich erwägt man Marktzugangsbeschränkungen für US-Unternehmen, insbesondere Digitalkonzerne, für die Europa der grösste Auslandmarkt ist. Französident Emmanuel Macron plädiert offenbar für das Anti-Coercion Instrument, ein EU-Gesetz gegen wirtschaftliche Nötigung. Bisher zögerte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, da sie Eskalation vermeiden wollte. Nun drängen Mitgliedstaaten auf Vorbereitung.
Betroffene US-Produkte
Betroffene US-Produkte Geschätzter Zollwert
Bourbon-Whiskey Teil von 93 Mrd. €
Flugzeugteile Teil von 93 Mrd. €
Sojabohnen Teil von 93 Mrd. €
Geflügel Teil von 93 Mrd. €
Diese Liste umfasst Schlüsselbranchen der US-Wirtschaft und soll Druck ausüben. Die EU argumentiert, Trumps Zölle seien keine legitimen Handelsschutzmassnahmen, sondern Zwang im geopolitischen Kontext.

Geplante EU-Sondergipfel

EU-Ratspräsident António Costa rief einen Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs für die kommenden Tage ein, wahrscheinlich am Donnerstag in Brüssel. Ziel ist die Abstimmung einer einheitlichen Antwort auf Trumps Drohungen. Costa betonte auf X die Solidarität mit Dänemark und Grönland sowie den Willen, gegen Zwang vorzugehen, bei gleichzeitiger Bereitschaft zur Kooperation mit den USA. Die Botschaftertreffen in Brüssel verliefen positiv, obwohl keine endgültige Einigung über neue Zölle erzielt wurde. NATO-Chef Jens Stoltenberg plant Gespräche mit Trump, um Deeskalation zu fördern. Bundesregierung und EU-Partner fordern intensive Verhandlungen mit Washington, sehen Zölle aber als ultima ratio. Der Gipfel könnte weitere Instrumente wie das Anti-Coercion-Tool aktivieren. Experten prognostizieren, dass 27 Staaten hier einig sind, da Trumps Ansatz die NATO-Einheit gefährdet. Historisch gesehen haben vergleichbare Zollstreits, wie unter Trumps erster Amtszeit, zu Verzögerungen geführt, doch diesmal wirkt die Drohung direkter durch den Grönland-Bezug.

Das blockierte Handelsabkommen

Das vorläufige Handelsabkommen zwischen EU und USA gerät ins Stocken (15% US-Zölle auf EU-Produkte). Nun droht das Abkommen zu scheitern, was den Zollmechanismus reaktiviert. Dieser Schritt signalisiert Brüssels Entschlossenheit. Ohne Abkommen eskaliert der Streit weiter. Ökonomen warnen vor Kosten in Milliardenhöhe für beide Seiten: US-Agrarexporteure leiden unter EU-Zöllen, europäische Firmen unter US-Abgaben. Langfristig könnte dies Lieferketten stören, insbesondere in der Luftfahrt und Landwirtschaft.

Wirtschaftliche und geopolitische Folgen

Die Zolleskalation birgt hohe Risiken. Für die USA bedeuten 93 Milliarden Euro Gegenzölle Verluste in Exportmärkten, besonders für Farmer und Hersteller. Europa riskiert höhere Importpreise und Handelsbarrieren. Transatlantischer Handel umfasst jährlich Hunderte Milliarden Euro; Störungen wirken sich auf Wachstum aus. Geopolitisch schwächt dies die NATO, da Trump Arktis-Sicherheit instrumentalisiert. Grönland bleibt umstritten: Dänemark lehnt Verkauf ab, unterstützt von EU-Partnern. Experten fordern Diplomatie, da Zölle 'die falsche Antwort zwischen Verbündeten' sind.
Der Streit um Grönland entfacht den schwersten Handelsclash seit Langem. Die EU signalisiert Stärke durch vorbereitete Gegenzölle und einen Sondergipfel, bleibt aber Verhandlungen gegenüber offen.

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