Die nachfolgend beschriebene Arbeitsweise ist ein wichtiger Bestandteil meines Business-Arbeitsplatzes innerhalb eines spezifischen, bewusst anonymisierten Kundenprojekts im Zollbereich. Gleichzeitig bildet sie eine Methode, die ich auch auf weitere Kundenprojekte übertragen kann, wenn komplexe Fragestellungen analysiert und Lösungen vorbereitet werden müssen. Der Bericht gibt einen Einblick, wie ich dezidierte Kundenprojekte strukturiert bearbeite und dabei moderne KI-Unterstützung nutze. Datenschutz, Vertraulichkeit und fachliche Verantwortung stehen dabei jederzeit im Mittelpunkt.
Der Einsatz von KI in Compliance erfordert dabei besondere Sorgfalt: Sensible Zoll- und Regulierungsdaten werden ausschliesslich anonymisiert verarbeitet, die fachliche Bewertung verbleibt beim Menschen.
Warum mehrere KI-Systeme?
Künstliche Intelligenz funktioniert am besten, wenn nicht nur ein einzelnes System eingesetzt wird. Verschiedene KI-Modelle haben unterschiedliche Stärken. Manche analysieren besonders gut, andere helfen bei neuen Ideen oder bei der verständlichen Aufbereitung von Informationen. Ich kombiniere diese Fähigkeiten bewusst miteinander. So entsteht ein digitales Team, das mich bei der Bearbeitung komplexer Aufgaben unterstützt.Datenschutz und Verantwortung
Der Einsatz von KI erfolgt ausschliesslich unter Berücksichtigung des Datenschutzes sowie der projektbezogenen Vertraulichkeit. Kundenspezifische Inhalte werden anonymisiert oder abstrahiert verarbeitet. Sensible Daten werden nicht ungeprüft übertragen. Die KI unterstützt Analyse- und Denkprozesse, trifft jedoch keine eigenständigen Entscheidungen. Die fachliche Bewertung, Kontrolle und Freigabe erfolgen immer durch mich persönlich.Claude – Analyse aus mehreren Blickwinkeln
Claude ist meine wichtigste Analyseunterstützung. Ich arbeite bewusst mit mehreren Claude-Instanzen gleichzeitig. Jede Instanz kann sich mit einer anderen Fragestellung beschäftigen oder einen Sachverhalt aus einer eigenen Perspektive betrachten. Das nutze ich insbesondere für die Analyse regulatorischer Inhalte, das Verständnis umfangreicher Dokumentationen, die Vorbereitung fachlicher Bewertungen und die Planung von Lösungswegen. Gerade im Zollbereich, wo Genauigkeit und Nachvollziehbarkeit entscheidend sind, ermöglicht diese parallele Betrachtung stabilere Ergebnisse.Gemini – neue Ideen und zusätzliche Perspektiven
Gemini nutze ich bewusst als zweite Meinung. Das System unterstützt mich dabei, alternative Lösungswege zu finden, Risiken frühzeitig zu erkennen und neue Denkansätze zu entwickeln. Dadurch wird vermieden, dass Entscheidungen nur aus einer einzigen Sichtweise entstehen.ChatGPT – Ordnung und Umsetzung
ChatGPT unterstützt mich vor allem bei der verständlichen Aufbereitung von Ergebnissen. Typische Einsatzbereiche sind Zusammenfassungen, klare Formulierungen und die Strukturierung von Arbeitsergebnissen. Wenn mehrere Analysen vorliegen, hilft ChatGPT dabei, daraus eine übersichtliche und nutzbare Arbeitsgrundlage zu erstellen.Whisper – Gedanken einfach sprechen
Für meine eigene Kommunikation nutze ich Whisper. Damit kann ich Ideen direkt sprechen, statt sie aufzuschreiben. Das ermöglicht spontane Ideenerfassung, schnelle Notizen und laufende Dokumentation während der Arbeit. Gesprochene Inhalte werden automatisch in Text umgewandelt und anschliessend weiterverarbeitet.Wie der Arbeitsprozess abläuft
In einem typischen Kundenprojekt arbeite ich meist so: Eine Fragestellung oder Aufgabe wird festgehalten. Mehrere Claude-Instanzen analysieren das Thema parallel. Gemini ergänzt neue Ideen oder prüft alternative Möglichkeiten. ChatGPT bringt die Ergebnisse in eine klare Struktur. Resultate werden überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt. So entstehen nachvollziehbare und gut geprüfte Ergebnisse.Vorteile für Kundenprojekte
Komplexe Themen werden schneller verstanden, mehrere Perspektiven verbessern die Qualität der Ergebnisse, umfangreiche Dokumentationen werden übersichtlicher, und die Arbeitsschritte bleiben nachvollziehbar und überprüfbar. Zusätzlich nutze ich eine lokale KI-Umgebung, in der projektspezifische Fachdaten, Eckdaten sowie relevante Codes strukturiert hinterlegt werden können. Dadurch lassen sich Erfahrungen und Erkenntnisse aus verschiedenen Projekten gezielt wiederverwenden, ohne sensible Kundendaten nach aussen zu übertragen. Diese lokale Wissensbasis unterstützt die Bearbeitung wiederkehrender Fragestellungen über mehrere Mandate hinweg und sorgt für fachliche Konsistenz bei gleichzeitig hohem Datenschutzstandard. Die Arbeitsweise ist dadurch flexibel auf weitere Kundenprojekte übertragbar.Menschliche Expertise bleibt entscheidend
Trotz der Unterstützung durch mehrere KI-Systeme verbleibt die fachliche Verantwortung vollständig beim Menschen. Mit meiner eigenen Fachexpertise kann ich Ergebnisse beurteilen, die Zusammenarbeit der Systeme orchestrieren sowie Inhalte freigeben und verifizieren. Gerade im Zoll- und Regulierungsumfeld stellt diese menschliche Bewertung einen zentralen Bestandteil der Qualitätssicherung dar und macht menschliches Wissen innerhalb dieses Prozesses unersetzbar.Ein digitales Orchester – Agentic AI einfach erklärt
So ist aus einzelnen Werkzeugen ein echtes digitales Orchester entstanden. Daraus entsteht ein weitgehend automatisierter, sogenannter agentischer Workflow. In der Fachwelt spricht man dabei von «Agentic AI». Einfach erklärt bedeutet das: Mehrere KI-Systeme arbeiten wie Teammitglieder zusammen. Der Mensch gibt die Richtung vor, trifft Entscheidungen und übernimmt die Verantwortung. Frameworks und feste Arbeitsstrukturen helfen dabei, dieses Zusammenspiel laufend weiterzuentwickeln und zu verbessern. Genau dieses Zusammenspiel bezeichnet man als agentisches Arbeiten mit Künstlicher Intelligenz.Persönlicher Ausblick
So macht die Arbeit an digitalen Lösungen und deren Programmierung für Kunden nicht nur effizienter, sondern auch Freude. Gleichzeitig lerne ich täglich dazu – insbesondere im Umgang mit der rasanten Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Dieser kontinuierliche Lern- und Entwicklungsprozess ist dynamischer als je zuvor und prägt die moderne Arbeitswelt in einer Form, wie sie bislang kaum erlebt wurde.Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf moderation-plus.ch – dem Portal von Claudia Feusi für KI-Integration, Prozessautomatisierung und Event-Moderation.