Ab dem 29. August 2025 tritt in den USA eine weitreichende Handelsänderung in Kraft: Die De-minimis-Freigrenze, bislang Garant für zoll- und steuerfreie Einfuhren von Kleinsendungen, entfällt vollständig. Für internationale Unternehmen und Logistikdienste beginnt dadurch ein neues, deutlich komplizierteres Kapitel – mit weitreichenden Konsequenzen für Versand, Kostenstrukturen und Marktzugang.
Wie das Ende der Zollfreigrenze globale Versender, E-Commerce und Postdienste grundlegend verändert
Neustart im US-Onlinehandel: Wegfall der De-minimis-Grenze ab August 2025
Die De-minimis-Regelung: Funktionsweise, Abschaffung und Auswirkungen im Handel
Die De-minimis-Freigrenze im Überblick
Abschaffung und rechtlicher Rahmen
Hintergrund zur Abschaffung der Freigrenze
Mit dem Executive Order vom 30. Juli 2025, unterzeichnet von Präsident Trump, wurde diese Ausnahmeregel jedoch endgültig aufgehoben. Fortan gelten für sämtliche Importe – unabhängig vom Warenwert – die vollständigen Zollprozesse inklusive Melde- und Abgabenpflichten. Dies betrifft nicht nur grosse Konzerne und Marktplätze, sondern explizit auch alle kleinen Versender sowie Verbraucherkäufe. Die gesetzlichen Anpassungen erfolgten im Rahmen des OBBA, der der Exekutive die Befugnis gab, die Freigrenze vorzeitig auszusetzen, was nun mit Wirkung zum 29. August 2025 umgesetzt wird.
Folgen für Händler, Postdienste und Verbraucher
Auswirkungen und veränderte Rahmenbedingungen
Der unmittelbare Effekt der abgeschafften De-minimis-Regelung ist ein deutlicher Anstieg der Versand- und Abwicklungskosten im grenzüberschreitenden Handel in die USA. Alle Pakete müssen künftig einzeln deklariert, veranlagt und versteuert werden. Grosse Logistikanbieter und Marktplätze können zwar zentrale Zollabfertigungsprozesse integrieren, doch kleine und mittlere Unternehmen, die überwiegend auf klassische Postdienste setzen, sind erheblich benachteiligt. Die US-Zollbehörde (CBP) hat ein umfangreiches Regelwerk veröffentlicht und erste Unternehmen autorisiert, für die Erhebung und Abrechnung von Zöllen zu sorgen; weitere Dienstleister werden gesucht. Das generiert zusätzliche Gebühren – neue Serviceanbieter werden diese Leistungen nur gegen Aufpreis bereitstellen.Besonders problematisch ist die Umsetzung für internationale Postdienste, die bisher auf zeit- und kostensparende Wege setzten und nun vor einer Flut neuer Bürokratie stehen. Einige nationale Postgesellschaften drohen bis auf Weiteres, den Paketversand in die USA temporär einzustellen, um Haftungsrisiken und Kostenexplosionen zu vermeiden. Für Verbraucher können sich damit Preise und Lieferzeiten signifikant ändern: Steuern, neue Zollgebühren und Bearbeitungskosten schlagen sich unmittelbar im Endpreis nieder.
Kosten, Unsicherheiten und Marktdynamik
Lieferkettendisruption und Zukunftsausblick
Die ohnehin bereits komplexe Rückabwicklung von Retouren oder Erstattungen wird noch aufwändiger und kann Grenzübertritte unattraktiver machen. Der E-Commerce-Sektor steht so vor einer Umbruchphase, die insbesondere für kleine, international ausgerichtete Marken existenzbedrohend sein kann.
Weitere Hintergrundinfos: Video
Das nachfolgende Video, ein Zufallsfund, ist zwar nicht von einem Zollprofi erstellt, zeigt aber die Auswirkungen sehr gut - die Dame hat sehr gut recherchiert, was Alleine ihre Bemühungen hat Sie es verdient, gesehen zu werden.Ausblick und Konsequenzen
Der Wegfall der De-minimis-Grenze markiert einen Wendepunkt im internationalen Versandhandel mit den USA. Besonders kleine Händler und Postdienste stehen vor enormen Herausforderungen, da neue Kosten, Bürokratie und Unsicherheiten die Zugänglichkeit zum US-Markt deutlich erschweren. Nur die Anpassungsbereitschaft aller Beteiligten entscheidet, wie erfolgreich E-Commerce-Akteure die kommenden Jahre gestalten können.